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Johannisburg in Ostpreußen

 
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Eine bruchstückhafte Historie von Bogumillen
22. März 1452 - 22. März 2012 = 560 Jahre

1448
wird in der Grenzbeschreibung der Verschreibung des späteren Poseggen der Besitz des Bogumill genannt.

1452, 22. März
Gründung durch den Deutschen Ritterorden als Dienstgut mit 40 Hufen und 3 Diensten (jeweils mit "Hengst und Harnisch") nach magdeburgischem Recht.
Die Verschreibung enthält keine Freijahre,  wie sonst üblich. Daraus ist zu erkennen, dass es sich bereits um ein kultiviertes, also schon seit längeren Jahren bestehendes Gut, und somit um eine Besitzbestätigung handelt. 
in der Verschreibung von 1452 wurden als Abgaben festgesetzt: Gerste, Roggen und Wachs sowie eine Rucoguitionsgebühr. Diese Abgaben wurden nachweislich bis 1698 erhoben. Später wurden diese in einen Domänenzins umgewandelt. 
(Bogumill, Ulahrig und den Gebrüdern Stanneg, wurden durch die Urkunden von 1452, 1476 und 1498 Land ohne die Fischerei verliehen).

1473
Bogumillen (Brödau) verkauft an Sawadden (Ottenberge) 13 Hufen nebst einem Ritterdienst unter Zugrundelegung von Margeburgischen Rechten.

1476, 9. Juni
Der Pfleger zu Johannisburg, Hans von Helmstädt, "verschreibt am Tage Trinitatis Bogumillen vier Hufen alß ein Übermaß zu Magdeburgischen Rechten".

1498
In der Bogumiller Verschreibung von 1498, wurden den Gebrüdern (Stanneg?) Bogumill 6 Hufen Übermaß verliehen.

1518
Der Ordens-Pfleger George von Colbas verkauft 6 Hufen zu Magdeburgischen Rechten an Bogumillen.

1522
Im Jahre 1522, d. i. ein Jahr nach dem sogenannten Reiterkriege mit Polen (1519 / 1521), verkauft der Ordenspfleger von Johannisburg "dem Ehrsamen Mann Paul Konopka aus der Masau (Masovien) mit sambt seinen Söhnen und nachkömlingen nach Landt vnd ausweisung der Handfesten zu Boggumillen" 20 Hufen, die Hufe zu 5 Mark, und verschreibt ihm diese bei "einem Dienst vnd nicht mehr ...dazu (die Erlaubnis) eine freye Alwehr uffen fliesse Johannspurgk (Galinde) zwischen denselben 20 huben" und 30 Beuthen zu halten. Dieser Verkauf führte zur Gründung von Kallenzinnen (Dreifelde).
Erläuterung: Dieser Verkauf läßt zweierlei erkennen, einmal, dass Bogumillen zur Zeit des Reiterkrieges in zwei Teilen von je 20 Hufen besessen worden ist, sodann, daß der eine dieser Teile an den Orden heimgefallen oder von ihm eingezogen worden war. Eingezogen werden konnte wegen Untreue. Im Kriege war das Nichterfüllung der Dienstpflicht mit Roß, Mann und Harnisch nach Art und Umfang des Wortlauts der Verschreibung oder Verrat, Unterstützung des Feindes. Nun sind im sogenannten Reiterkriege derartige Handlungen in mehreren Ämtern, auch im Amt Johannisburg, vorgekommen und mit Einziehung der Besitzungen bestraft worden. Wahrscheinlich liegt deshalb ein solcher Vorgang auch dem oben  berichteten Fall zu Grunde.       

1529
Den "Freyen von Bogumillen" wird in einer Hndfeste das Fischereirecht im ganzen Pissekflusse (Galinde) zu "Tisches Nothdurft" verliehen.

1539 / 1540
wird in den Johannisburger Orts- und Einwohnerverzeichnissen das Restgut Bogumillen als "Bogumillen Dorf" mit 12 Freyen (11 Wirthen und 1 Müller), darunter mindestens 4 Bogumil, 11 Gärtner und 1 Mühle aufgeführt.
Mindestens folgende Personen mit den Namen Bogumyll, Bogumill, und Bogumil waren in Bogumillen ansässig: Gregore, Jan, Pauel und Schymann zu Bogumillen.

um 1550
erwirbt Stenzel Zwallin von Matz Bogumil 4 Hufen.

1579
Bei einer Visitation des Kirchspiels Kumilsko (Morgen) am 28. Oktober 1579 durch den pomesanischen Bischof D. Johannes Wiegand wird zu Bogumillen, als zu Kumilsko zugehörig, folgendes vermerkt: 30 Hufen, 19 Freie, 5 Gärtner.

1579 / 1581
Bogumillen wird in den Johannisburger Ortsverzeichnissen mit 30 Hufen aufgeführt.

1642, 9. Januar
Folgende "15 Wirths im Freydorff Bogumillen" haben nach einer Aufstellung des Amthauptmanns von Johannisburg, Ludwich v. Kannacher, die Aufforderung erhalten, am 17. Januar 1642 den Erbeydt gegenüber dem Kurfürsten und Herzog Friedrich Wilhelm abzulegen.

1. Adam Przystaff
2. Johan Slomtzyk
3. Mathes Raffaltzyk
4. Greger Satzik
5. Andres Stzutzyk
6.   Jacob Kolpak
7.   Barthel Slomka
8.   Matheß Komornitzyk
9.   Paul Stzutzyk
10. Paul Pisowodtzyk
11. Andres Trojantzyk
12. Jacob Trojantzik
13. Gregor Pisowotzki
14. Jacob Grytzan
15. Stentzel Jakubsen

1642, 19. April
Folgende 15 Wirthe aus Bogumillen haben nach einer Aufstellung des Amthauptmanns von Johannisburg, Ludwich v. Kannacher, den Erbeydt gegenüber dem Kurfürsten und Herzog Friedrich Wilhelm abgelegt.

1. Adam Przystaff
2. Johan Slomtzyk
3. Mathes Raffaltzyk
4. Gregor Satzyk
5. Andres Stzutzyk
6.   Jacob Kolpak
7.   Barthel Slomka
8.   Mathes Komornitzyk
9.   Paul Pisowodzki
10. Jacob Grytzan
11. Paul Stzutzyk
12. Andres Trojantzik
13. Jacob Trojantzyk
14. Gregor Pisowodzki
15. Stentzel Jekubitzyk

1650
"Laut Ambts Rechnung sind bei diesem Dorf 3 Hufen 10 Morgen Übermass Wroblen Genand".

1656, 9. Oktober
Während des schwedisch-polnischen Krieges kam es zu einem Tatareneinfall im Kreis Johannisburg. Aus Bogumillen wurden folgende Personen mit Altersangabe verschleppt:

aus Haushalt: wurden verschleppt:
1.  Michael Schottczig
2.  Jendrzey Schitkay
3.  Jan Slomczigk
 
4.  Adam Przystaw
     deßen Gärtner:
     Jan Dottka
5.  Jedam Brzoska
6.  Jan Pißowocky
     deßen Gärtner:
     Jan Schurrek
7.  Michael Pißowocky
     deßen Gärtner:
     Maczk Figus
 
8.   Matthes Christosczigk
9.   Matthes Ziemancigk
10. Gregorz Facigk
11. Stasch Sczuka
   
  deßen Gärtner:
      Jan Kuschan
12. Jacob Christoscigk
13. Michal Bartoßcig
14. Matthes Kemornicigk
 
      deßen Gärtner:
      Jendrzey Ognifko
15. Jan Czeplak
16. Woytek Polondzig
18. Woytek Bartßcig
18. Jan Grycan
sein Schwester Kind Barbara, 12 Jahre
Dziadowsken Gärtner, seine Söhne Jendrzey, 13 j., Jan 10 j.,
sein Weib Catharina, 40 J., seine Tochter Maria, 5 Jahre
seine Söhne Jacob, 25 J., Woytek, 12 Jahre
sein Sohn Jan von 12 Jahren
 
sein Weib Kascha von 30 Jahren
sein Sohn Maczk von 8 Jahren
sein Weib Kascha von 25 J., sein Bruder Woytek, 17 J.
 
seine Tochter Barbara, 15 Jahre
 
 
sein Weib Anna von 36 J., seine Stieftochter Kascha, 12 J.,
sein Sohn Pawel, 15 Jahre
sein Weib Maria, 19 Jahre
seine Stieftochter Kascha, 20 Jahre
sein Weib Hedwich, 40 J., sein Tochterkind Greger 5 J.
sein Sohn Matthes von 6 Jahren
 
sein Weib Anna, 30 J., sein Sohn Marcin, 7 J.
sein Weib Dorothea, 29 Jahre
sein Weib Dorothea, 36 J., sein Sohn Jacob von 8 J.
sein Sohn Jendrzey, 6 Jahre,
sein Knecht Jendrzey, 21 J., seine Magd Kascha 18 J.
 
sein Sohn Greger von 10 J., seine Tochter Sophia von 15 J.
sein Sohn Jendrzey von 6 J., seine Tochter Anna von 8 J.
seine Magd Barbara, 15 Jahre
sein Sohn Matthes, 16 Jahre
sein Bruder Matthes von 18 Jahren
Die angegebene Nummerierung ist nicht historisch. Sie wurde der Übersichtlichkeit wegen vorgenommen.

1663
In der Johannisburger Amtsrechnung des gleichen Jahres heißt es u.a. zu den Fischereirechten auf Seite 71: "Namen der Flüsse und Ströme in diesem Amt. Ein ziemlich groß Fluß, die Pische (Galinde) oder der Johannisburger Fluß genannt, entspringt aus dem See Warschau (Roschsee) ...", und weiter auf Seite 72: "In diesem Fluß haben hernach folgende Gerechtigkeit zu fischen ..." und dann auf Seite 76: "Die Freyen zu Bogumillen haben hierinein gleichfalls zu ihres Tisches Nothdurft mit zwei Säcken, doch daß sie den den Strom nicht verstellen, frei Fischerei, musten solches ihrer Handfeste de anno 1529 ausweiset."

1663
die Zahl der Freigüter ist in Bogumillen bis zum Jahre 1663 seit der ersten Verleihung von 1452 wesentlich gestiegen, sie beträgt "vor dem Kriege" 20, und ist danach bis auf 16 gefallen.

1663, Oktober
Huldigung der preußischen Stände vor dem Großen Kurfürsten nach der Gefangennahme des kneiphöfschen Schöppenmeisters Hieronymus Roth.
Folgende Einwohner aus Bogumillen haben im Amte Johannisburg als Churf. Vasallen den Erb-Eydt geleistet:
Adam Przistaw, Matth. Siemanczig, Grzegors Tatczig, Stanislaw Slomczig, Jacob Cristosczig, Woyczech Christosczig, Maczk Christosczig, Woyczech Sczuka, Jurek Pissowocky, Michael Troyannek.
Folgende Einwohner aus Bogumillen sind im Amte Johannisburg zur Eidesleistung nicht erschienen:
Jan Slamczig.

1677
Aufgrund einer Aufforderung an alle Ämter vom 25. Sept. 1677 mußten sich alle Fremden und Zugezogenen seit 1663, die der Eidesleistung unterlagen, nachträglich im Amt einfinden. Dieser Aufforderung folgten folgende Einwohner aus Bogumillen:
Mack Bartoßig, Adam Przistewig.

1684 / 1687
In einem weiteren Befehl an alle Ämter vom 9. März 1684 von Kurfürst Friedrich Wilhelm mußten sich alle Neubürger seit 1681, die der Eidesleistung unterlagen, nachträglich im Amt einfinden. Dieser Aufforderung folgten folgende Einwohner aus Bogumillen:
Mazk Pißowozki, Tomeck Joßwig, Stank Masuszig.

1690
Huldigung der preußischen Stände für den Kurfürsten von Brandenburg Friedrich III.
Folgende Einwohner aus Bogumillen haben an 23. Mai 1690 in der Residenz Königsberg als Churf. Vasallen den Erb-Eydt geleistet:
Stass Sczuka, als Freyer von Bogumillen,
Folgende Einwohner aus Bogumillen haben im Amte Johannisburg als Churf. Vasallen den Erb-Eydt geleistet:
Jacob Kristoscik, Woytek Jozwik, Stanislaw Mazuscik, Woytek Sczuka, Joseph Komornicik, Mathes Troian, Mathes Pissowocki, Jan Griczan, Mathis Griczan, Jacob Jozwik, Jan Prissowocki, Jan Sczuka, Woytek Kristoscik, Greger Stomcik, Stanislaw Stomcik, Mathes Simancik, Stanislaus Zacek.

1698
Auf Grund Sr. Churfürstlichen Durchlaucht gnädigsten Befehl wurde eine Beschreibung des Amtes Johannisburg im November 1698 erstellt. Zu Bogumillen wird folgendes erwähnt:
"Bogumillen Hat gemeeß denen Ambtts Rechnungen 47 Huben 10 Morgen allß 40 Huben welche Anno 1452 vom Heinrich Zöllnern von Richtenberg zu schlecht Magdeburgchen Rechten verschrieben sindt, leisten davon 2 Dienst undt geben 2 ß Vrkundt 16 1/2 Scheffel Korn 33 Scheffel Gerst auch 2 Pfd Wachß, undt Scharwerken gleich andern Freyen, daß Privilegium haben die Besitzer in Händen, ist auch im Haußbuch von Worth zu Worth eingeschrieben verhanden, davon die Abschrifft Sub Nummero: 132.
4 Huben sindt vom Hannß von Helmstadt Anno 1476 Ihrem Dienst zu Hülffe gantz frey verschrieben, die Verschreibung ist denen Besitzern von Händen kommen, ist aber im Haußbuch zu finden, darauß die Abschrifft Sub Nummero 133 genommen.
3 Huben 10 Morgen ein Übermaaß, darüber keine Verschreibung verhanden zinsen davon 5 M:. Die Huben werden jetzo von 26 Wirths bewohnet allß:"

1. Thomek Jozwigk
2. Maczk Simmancigk
3. Matteus Sadcig
4. Stasch Sczuka
5. Jacub Christoscigk
6. Woytek Christoscigk
7. Woytek Przistawigk
8. Michael Komornicigk
9. Maczk Trojann
10. Maczk PIssowocy
11. Michael PIssowocy
12. Michal Gricanen Kinder
13. Matteus Grican
14. Jacob Jozwigk
15. Jann Pissowocky
16. Jann Sczuka
17. Woytek Dodek
18. Thomek Danielcigk
19. Michael Sczuka
20. Woytek Slomicigk
21. Grzegorz Slomicigk
22. Pawel Slomicigk
23. Jendrzey Patora
24. Woytek Gricann
25. Jann Sczuka
26. Joseph Kommornicigk
 

1709-1710
Wie durch ein Wunder blieb das Dorf von der großen Pest verschont. - In der Zeit der Pest hatte sich der Pfarrer (Friedrich Trentowius) des Kirchspiels Kumilsko (Morgen), nachdem seine Kirche leer geworden war, mit seiner 10-köpfigen Familie hierin begeben, um seinen Dienst von hier aus zu versehen.

1711
Gemäß einem Befehl des Königs von Preußen, Friedrich I., datiert vom 4. April 1711 soll jedes Amt eine Liste aufstellen, welche dem König dienstpflichtigen Personen die große Pest von 1709-1710 überlebt haben und welche ggf. als Ersatz für die zu leistenden Ritterdienste zu rekrutieren sind. Das Amt Johannesburg teilt dazu unter dem Datum des 4. Mai 1711 dem König mit, dass folgende Dragouner in Bogumillen die Pest überlebt haben:
Merten Pißowotzki im Alter von 26 Jahren (*1685),
Andres Slomka im Alter von 28 Jahren (*1683).  

1714
Huldigung der preußischen Stände für den König von Preußen Friedrich Wilhelm I.
Folgende Einwohner aus Bogumillen haben im Amte Johannisburg als Churf. Vasallen den Erb-Eydt geleistet:
Woitek Prisistawik (Einer Einladung für den 10. Sept. 1714 nach Königsberg folgte er nicht).

1718
Im Protokoll über den Generalhufenschoß des Amtes Johannisburg wird unter dem 13. September 1718 zum Gut Bogumillen als "Frey Dorf" folgendes vermerkt:

Hof-
Nr.
 
Besitzer
 
 
------ Größe -------
Hu-
fen
Mor-
gen
Ruth.
*
----------------- Viehbestand -----------------
Pfer-
de
Och-
sen
Kühe Schafe Zie-
gen
Schw-
eine
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
 
28
29
30
Thomek Przystawik
Paul Slomka
Mathes Saczek
Jendrzey Sczuka
Grzegors Christoscik
Mathes Przystawik
Jozeph Komornicik
Michel Komornicik
Paul Szelasko
Mathes Griczan
Jann Sczuka
Mathes Trojan
Mathes Pißowocki
Paul Griczan
Jann Kott
Jann Pissowocki
Jann Przystaw: Witib
Woitek Slomka
Michel Grisan
Paul Przystawik
Merten Pißowothki
Jacob Sczesny
Woitek Dodek
Mathes Pißowocki
Jendrzey Patora
Thomek Christoscik
Thomek Danielcik
Dziadowen-Wroblen
Tho. Przystawik
Math. Przystawik
Paul Przystawik
-
-
-
1
1
1
2
2
1
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15
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24
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29
26
6
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26
20
29
15
 
3
3
3
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-
150
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-
-
-
-
75
75
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-
75
225
-
-
-
-
-
150
-
-
150
-
-
-
 
100
100
100
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2
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K/A
K/A
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K/A
K/A
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K/A
K/A
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4
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K/A
K/A
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K/A
K/A
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2
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-
-
 
K/A
K/A
K/A

* Erläuterungen zu den Flächenmaßen

Diese Aufstellung enthält weitere Angaben zur Aussaat von Getreide und Früchten. Ferner wurde folgendes Protokoll angefertigt:

"Das Privilegium produciret diese Dorfschaft in Originali, und ist solches von Heinrich Zöllner von Richtenberg Comptur zur Balga, über 40 Hufen anno 1452 zu Magdeburgischen Rechten gegeben. Dann hat dieser Dorfschaft der Pfleger zu Johannis Burg Hans von Helmstädt 4 Hufen alß ein Übermaas anno 1476 zu Magdeburgischen Rechten Gleichfalß verschrieben, worüber das Original Beygebracht worden, Noch sind bey diesem Dorf 3 Hufen 10 Morgen Übermaas Wroblen Genand, Laut Ambts Rechnung, worüber eine Verordnung von der Pr. Regierung an das Ambt de anno 1650 daß solche auf gewißen Zinß Außgethan werden sollen, sonst ist keine Verschreibung herüber, Dann hat diese Dorfschaft noch 6 Hufen welche derselben George von Colbas Ordens Pfleger zu Obigen Rechten anno 1518 verkauft, daß also in Allem dieselbe auß 53 Hufen 10 Morgen bestanden, wovon nach Sawadden 13 Hufen mit einem Ritter Dienst, zu Ordens Zeiten anno 1473 verkauft vid. die Verschreibung darüber bey Sawadden daß also dieser Dorfschaft 40 Hufen 10 Morgen verblieben inclusive des so genanndten Wroblen.... Es werden aber gemäß Abriß nur 39 Hufen 14 Morgen zum Neuen Catastro genommen. Diese freyen haben ihre Hufen, alle ererbet .... Auf diesem Dorf haften zwey Ritter Dienste. Ein Zinß Krug oder Schenckhauß ist alhie, welches der Mathes Przystawik besitzet, und dafür 1 Thaler 30 Groschen dem Ambte Jährlich Zinset, in dem selben werden biß 2 Thonnen Bier, und Kein Brandwein, welcher alhier nicht gebrand wird, jährlich verschencket. Teiche und Seen, sindt bey diesem Dorfe nicht, Es hat aber daßselbe Freye Fischerey in dem Fluß Pische (Galinde) zu Tisches Nohtdurft, wie es dann auch auf eine Mühle privilegiret, allein solchen Beneficium sich niemahlen Bedienet, es ist auch anietzo Keine Mühle Verhanden."

1718
Gemäß obiger Amtsrechnung beträgt die Gemeindefläche umgerechnet: 663,04 ha.

1737
Gründung einer eigenen Dorfschule aufgrund des preußischen Schulgesetzes vom 1. August 1736, da der Schulweg der Kinder "nicht weiter als eine halbe Meile" (3,766 km) sein sollte.

1775, 1. Februar
Bogumillen erhält neben 25 weiteren Orten das Privileg zur Nutzung der Pissowoda-Wiesen (Galinde-Wiesen). Der Anteil an den Wiesen beträgt 148 Morgen und 149 Qu-Routhen.

1779
In einer Meldeliste aus der Zeit von 1779-1793 zur "Bevölkerungsfluktuation zwischen Ostpreußen und den Nachbarländern" ist  zum Amt Johannisburg folgendes vermerkt:
Aus Bogumillen sind entlaufen:
1. Paul Komorniczey,  Cantonist (Rekrut), 1 Person, seit 3 Jahren in Warschau.
2. Christ. Christoßig, Cantonist (Rekrut), 1 Person, seit 3 Jahren in Warschau.

1785
werden von Johann Friedrich Goldbeck (Erzpriester zu Schaken) zu "Bogumullen" folgende Informationen genannt: Feuerstellen: 29; Landrätlicher Kreis: Oletzko (Treuburg); Justizkreis: Lyck; Amtsbezirk: Johannsburg; Geistliche Inspektion: Kumilsko; Patron der Kirche und Gerichtsobrigkeit: der König.

1785-1786
Im Kirchenbuch (1786-1786) des ev. Kirchspiels Kumilsko befindet sich eine Auflistung von Schulkindern / Konfirmanden aus den Kirchspielorten. Hier die Einträge für den Ort Bogumillen:

Buchseite Nr. Vorname / deutsch Familienname / heutiger Name
6 33 Anorta Drocanowka
6 4 Elza Fydryscika / Friedriszik
6 3 Fryc Fydryscika / Friedriszik
6 13 Math Gryczana , ?
6 14 Pawel / Paul Gryczana , ?
6 9 Mich Heiryica ?
6 2 Katryna Hetmancka
6 1 Krystian Hetmancka
6 29 Fryc Ho……nyczyka , Ma
6 30 Katry ? Ho……uyczyka , Ma
6 28 Anorta Jeromina
6 18 Estera Jerosicwscego ?
6 19 Lowyza / Lowise Jerosicwscego ?
6 6 Albi Krystoscika , Mar. / Christophzik
6 7 Mick Krystoscika , Mar. / Christophzik
6 8 Anorta Krystoscika , Woy. / Christophzik
6 15 Anka ? Maiewskego
6 25 Bernas Massobucki
6 31 Anna Michalczyka
6 32 Estera Michalczyka
6 23 Maryia Piszowocki, Jan / Pissowotzki
6 24 Marcin ? Piszowocki, Woy / Pissowotzki
6 11 Jan / Johann  Przystawika
6 12 Mick Przystawika
6 5 Anorta Rzezaka
6 20 Filip / Philipp Scuk , Math / Sczuka
6 21 Lowiza / Lowise Scuk , Math / Sczuka
6 22 Pawel / Paul Scuk , Math / Sczuka
6 27 Estera Szcuki , Jann ? / Sczuka
6 26 Krystian / Christian Szcuki , Jann ? / Sczuka
6 16 Jan / Johann Szcuki , Marcina / Sczuka
6 17 Pawel / Paul Szcuki , Marcina / Sczuka
6 10 Daniel Szcuki , Woytka / Sczuka

1818
In der Beschreibung des Regierungsbezirks Gumbinnen wird zu Bogumillen folgendes erwähnt: zugehörig zur Domaine Johannisburg, mit 35 Feuerstellen und 207 Seelen. 

1855
Am Lehrerseminar Angerburg hat am 8.9.1855 Johann Pissowotzki die Prüfung bestanden.

1856
Im Jahre 1856 waren in Bogumillen u. a. ansässig:
1. Wirth Martin Sczuka (*1793, °°1835, +1881 "im Alter von einigen 80Jahren"), 
2. Wirth Komernitzik
3. Wirth Johann Sczuka
4. Wirth Michael Pzezak.
5. Wirth Gottlieb Przystawik.
6. Wirth Jacob Przystawik, (*1828).
7. Wirth Albert Christophczik
8. Wirth Johann Hempel
9. Gottlieb Sczuka (*1840, +1904), als Ur-Generation Sczuka II.
10. Adam Christophizik, (*1843), bis zu seinem 25. Lebensjahr (= 1868) bei seinem Vater gewesen.
11. Ludwig Christophizik, (*1844), in Bogumillen geboren und dort aufgewachsen.
12. Ludwig Sczuka (*1848, °°1869, +1925), als Ur-Generation Sczuka I

1895
Gemeindefläche: 653 ha.
Anzahl der Einwohner: 379 Personen.

1896
Im Jahre 1896 waren in Bogumillen u. a. ansässig:
1.   Losmann Jacob Przystawik, 68 Jahre alt (*1828), früher Wirth in Bogumillen gewesen. 
2.   Wirth Ludwig Christophzik, 52 Jahre alt (*1844), in Bogumillen geboren und dort aufgewachsen.
3.   Wirth Paul Sczuka, keine Altersangabe, besitzt das Grundstück Bogumillen No. 25.
4.   Wirth Gottlieb Sczuka (*1840, +1903), als Ur-Generation Sczuka II
5.   Wirth Friedrich Rosinski, seit 1888 die Grundstücke Bogumillen No. 6 und No. 8.
6.   Wirth Ludwig Sczuka (*1848, °°1869, +1925), als Ur-Generation Sczuka I
      seit 1871 resp. 1885 die Grundstücke Bogumillen No. 2 und No. 84.
7.   Ludwig Sczuka I (*1875, °°1911, +1945)
8.   Ludwig Sczuka II (*1879, °°1905, +1943)
9.   Landarbeiter (Instmann) Johann Suttka (*1874, °°1895, +1935)
10. Viehhirt Samuel Kruppa (*1873, °°1893, +1930)

1896 - 1898
Der Wirth Friedrich Rosinski und der Wirth Ludwig Sczuka, zu Bogumillen (Brödau), streiten vor Gericht mit dem Fiskus wegen der Fischereiberechtigung, welche den "Freyen von Bogumillen" 1529 verliehen wurde. Der Fiskus möchte diese Rechte einziehen. Im Namen des Königs wurde dieses Ansinnen 1898 durch alle drei Gerichte in jeder Instanz verworfen.

1905
Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 wird vom Königlich Preußischen Statistischem Landesamte im Gemeindelexikon für die Provinz Ostpreußen für Bogumillen u. a. folgendes genannt:
•  Gemeindefläche:  725,6 ha.
•  durchschnittlicher Grundsteuer-Reinertrag je ha: 5,00 Mark
    (der durchschnittliche Betrag aller Johannisburger Landgemeinden betrug 3,70 Mark)
•  Bewohnte Wohnhäuser: 47
•  Haushalte: 66
  Anzahl der Einwohner: 302 - (ev.: 300, rk.: 2)
   •  davon sprechen deutsch: 47, masurisch: 199, deutsch und masurisch: 56

1918
Im Weltkrieg 1914-1918 starben 12 Einwohner aus Bogumillen den Heldentod für König und Vaterland. Die Namen wurden auf dem Ehrenmal in Kumilsko verzeichnet.

1920, 11. Juli
Volksabstimmung in Masuren.
Die Einwohner von Bogumillen haben folgendermaßen abgestimmt:
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202 Stimmen für Deutschland

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keine Stimme für Polen.

1925
Anzahl der Einwohner: 299 Personen.

1926
Gründung des Wasserverbandes Turowen als "Wassergenossenschaft Turowen" für die Orte Turowen (Turau) und Bogumillen (Brödau). Aufgabe war die Entwässerung der beteiligten Wiesen- und Ackerflächen und die Herstellung und Unterhaltung der dazu erforderlichen Anlagen.
Gründungsmitglieder: Ludwig Sczuka I, Ludwig Sczuka II, Johann Gruschewski.
Als Vorsteher für die Jahre 1933 und 1934 ist urkundlich nachgewiesen: Landwirt Ludwig Sczuka II aus Bogumillen.

1933
Anzahl der Einwohner: 323 Personen.

1935
Gemeindefläche: 720 ha.

1938, 16. Juli
Durch eine Verordnung des Gauleiters wird der bisherige historische Ortsname Bogumillen in Brödau umgetauft.

1939
Bürgermeister: Otto Ullisch, gleichzeitig stellvertretender Bürgermeister des Amtsbezirks Simken.
Anzahl der Einwohner am 17. Mai 1939: 304 Personen.

1945, 21. Januar
Auf Grund der anrückenden sowjetischen Armee wird der Befehl zur vollständigen Räumung des Ortes gegeben. Nicht mehr abtransportierbares Militärmaterial wird auf dem freien Gelände nahe der Schule in Brand gesteckt. Durch das Feuer werden auch die Wohngebäude und Teile der Stallungen der Höfe 7 bis 12 (Sulimma, August Sczuka, Jakubzik, Kaptaina, Ludwig Sczuka I und Konstanty) vernichtet.

1945, Mai
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat in seinem Gräbernachweis folgende Einwohner von Bogumillen aufgeführt die im Zweiten Weltkrieg gefallen oder vermisst sind:

Nachname Vorname Geburtsdatum Todes- / Vermisstendatum
Behr
Jakobus
Macht
Pißowotzki
Ullisch

Zakobielski
Otto Martin
Kurt
Max
Max
Horst
Wilhelm
14.11.1921
10.03.1922
28.07.1913
31.01.1922
02.07.1921
25.09.1905
24.10.1941
11.10.1944
16.10.1944
08.10.1944
10.10.1942
31.03.1944

weitere, im Gräberverzeichnis nicht aufgeführte Personen:

Nachname Vorname Geburtsdatum Todes- / Vermisstendatum
Kapteina
Sczuka
Sczuka

Suttka
Gustav
Oswald
Reinhold
Ernst Rudolf
?
09.02.1909
28.05.1925
17.02.1921
vermisst
vermisst
vermisst April 1945 in Italien
gefallen  25.11.1943

Durch Anklicken der Namen erhalten Sie zusätzliche Informationen. Die Namen weiterer Gefallner sind zur Zeit noch nicht bekannt.

1945, 17. Juli - 2. August
Die Siegermächte streiten auf der Potsdamer Konferenz erbittert über die weitere wirtschaftliche und politische Behandlung Deutschlands. Die Westmächte müssen schließlich die Abtretung der Ostgebiete an Polen durch Stalin akzeptieren.

Quellen:
1. Archivmaterial;
2. Der Kreis Johannisburg, Holzner Verlag Würzburg, 1964;
3. Erbhuldigungsakten des Herzogtums und Königreichs Preußen, 1525-1737;
4. Die Dienstgüter des Amtes Johannisburg, VFFOW Hamburg, 1992, Seite 158-159;
5. Der Regierungs-Bezirk Gumbinnen 1818, VFFOW Hamburg, 1981, Seite 51;
6. Altpreußische Geschlechterkunde neue Folge, VFFOW Hamburg,
Stichwort "Bogumillen" in:  Band 13, 1982; Band 17, 1987;
Band 24, 1994, Seite 213; Band 25, 1995; Band 28, 1998;
7. Amts-Blatt der Königlich preußischen Regierung zu Königsberg.
Personenkundliche Auszüge 1811-1870, VFFOW Sonderschrift 55/1, 1984, Seite 428;
8. Gemeindelexikon für die Provinz Ostpreußen 1907, VFFOW-Sonderschrift 102, 2003;
9. Auszüge aus den Kirchenbüchern Kumilsko (DZfG-Signatur AS-2051);
10.
Chronik des Kirchspiels Kumilsko, zusammengestellt von Heinz Mendryzk (+1975)

 
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