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Feierstunde zur Steinenthüllung in der Heimat

Es war auch in diesem Jahr eine bemerkenswerte Fahrt, die Mitglieder der hiesigen Landsmannschaft der Ostpreußen mit ihrem Vorsitzenden Kurt Zwikla in die Heimat, nach Masuren, unternahmen. Galt es doch, ein weiteres Mal auf einem Friedhof einen Gedenkstein zu enthüllen. Dieses Mal in Drygallen (Drigelsdorf), einem Nachbarort von Misken, wo im vorigen Jahr der erste Gedenkstein eingeweiht wurde.

Der Gedenkstunde auf dem Friedhof ging in der ehemals evangelischen Kirche, die jetzt von den dort lebenden polnischen Katholiken genutzt wird, ein ökumenischer Wortgottesdienst voraus. Der katholische Pfarrer begrüßte in deutscher Sprache die Gäste aus der Bundesrepublik.

Auf dem Friedhof, wo sich Polen wie Deutsche versammelt hatten, wobei unter ihnen auch der zuständige Bürgermeister und der Vertreter der evangelischen Kirche, Pastor Rey, zusammen mit Pfarrer Bebenek auszumachen waren, hielt der Vorsitzende der Landsmannschaft zunächst eine Ansprache, in der er einleitend seiner Freude darüber Ausdruck gab, daß diese Feierstunde jetzt überhaupt möglich sei. „Die meisten von uns, die hier zusammengekommen sind, mußten Schreckliches erleiden. Viele von uns haben ihre Heimat und alles, was sie liebten, verloren. Das ist wohl das schlimmste, das ein Mensch erleiden muß. Doch die Zeit heilt alle Wunden." Dank zollte Kurz Zwikla allen, die zum Gelingen des Werks ihren Beitrag geleistet hätten - ganz besonders aber bei den beiden Kirchen, die sich sehr bemühen, Polen und Deutsche zu versöhnen. Die Enthüllung des Steins, ein Granitfindling aus dem Ort, mit einem Gewicht von rund 4,5 Tonnen, wurde vom evangelischen Pastor Rey vorgenommen, der eine Ansprache hielt, die er unter das Bibelwort: „Wahrlich ich sage Euch, denn wenn Ihr schweigen werdet, werden die Steine schreien", stellte. Umrahmt wurde diese durch Darbietungen einer polnischen Jugendmusikgruppe, die dabei auch deutsche Lieder intonierte, darunter das Ostpreußenlied.

Aus der Ansprache des ev. Pfarrers Rey aus Johannisburg zur Einweihung des Gedenksteins auf dem Friedhof in Drygallen (Drigelsdorf) am 17. Juli 1994:

„Wahrlich ich sage Euch, denn wenn Ihr schweigen werdet, werden die Steine schreien. (Lukas 19,40)

Nach der Feierstunde im vergangenen Jahr in Misken, versammeln wir uns heute schon zum zweiten Mal, diesmal auf dem Friedhof in Drygallen, um einen Gedenkstein einzuweihen. Diese außergewöhnliche Feierstunde vereinigt Menschen verschiedener Bekenntnisse und Völker aus nah und fern. Friedhöfe sind besondere Orte der Begegnung. Hier, in mitten von Schmerz und Tränen erfahren wir oft Trost in Gottes Wort und auch menschliche Anteilnahme, Zuneigung und Beistand im Leid. Viele mußten diese Gegend verlassen, die Gräber Ihrer Angehörigen hier zurücklassen, aber durch die Entfernung von der Heimat in der ihre Vorfahren bleiben, verfestigte sich noch das Andenken an sie. Hier versammeln und finden sich Familien, die in der Welt verstreut waren, und sie vereinigten sich. Darin besteht die persönliche, menschliche und lehrreiche Bedeutung dieses Ortes.

Es gibt aber noch eine geschichtliche, historische Bedeutung, denn auf dem Friedhof trifft sich die Vergangenheit mit der Gegenwart. Es ist nicht möglich, die Vergangenheit des Landes und der Menschen, die darin wohnten, zu erkennen und zu verstehen, wenn man nicht die Friedhöfe besucht und erkennt. Und was ist ein Land ohne Vergangenheit, ohne seine eigene authentische Geschichte? Sie mag oft schwierig, schmerzhaft, unverstanden, voller gefährlicher Wendungen und Ereignisse sein, aber niemand hat das Recht sie auszulöschen, zu bagatellisieren oder zu verfälschen. In nicht ferner Vergangenheit waren wir Zeugen der Verheimlichung der Wahrheit über dieses Land. Wie heuchlerisch war der Versuch, die Masuren, die uralten Bewohner dieser Erde, zum Schweigen zu zwingen. Und gerade damals waren die Friedhöfe Zeugnisse der Wahrheit. Mit stummen Schrei mahnten die Steine der Friedhöfe. Wieviel konnten die Inschriften auf den Gräbern und Gedenktafeln erzählen. Masurische Friedhöfe, solche wie dieser in Drygallen, vergessen, ungepflegt, und jahrelang verwüstet, riefen um Vergeltung zum Himmel. Und der Herrgott erhörte den in Stein geprägten Ruf der Anklage, benanntes Unrecht durch stumme Zeugen. Beweis dafür ist unter anderem unsere Feierstunde. Wir wollen die ehren und das Andenken an sie lebendig halten, die hier ihre letzte Ruhe fanden. Ihr Andenken soll dieser Stein bezeugen, damit sein beredtes Schweigen jeder hören möge, der sich an diesem Ort befindet.

Unsere Friedhöfe sind daher nicht nur Zeugen der Vergangenheit, sondern auch Ausdruck der Hoffnung und Erwartung auf ein besseres Morgen. Einer wunderbaren und glücklichen Zukunft, wo kein Platz für Lügen, Unrecht, Traurigkeit und Tränen ist, wo es trotz nationaler Verschiedenheit und trotz Verschiedenheit des Glaubens keinen Tod mehr gibt.

Gottes Wort sagt: Wir haben hier keine ewige Bleibe, aber die zukünftige suchen wir. (Hebr. 13,14).

Denn wir wissen, daß, wenn das Haus, das unsere irdische Wohnung ist, zerfällt, wir ein Haus von Gott haben, ein ewiges Haus im Himmel, nicht von Händen gebaut. (2. Kro. 5,1).

Wenn also für uns Christen der Friedhof das Ende eines alten und der Anfang eines neuen Lebens in Christus ist, ein Ort des Trostes und der Stärkung für ein so weit gestecktes Ziel, welches Ewigkeit heißt, weit hinausreichend über Tod und Grab, so denke ich, daß der Stein, den wir hier einweihen, ein Zeugnis der nachfolgenden neuen und besseren Zukunft im Königreich Gottes sein wird, der das Wort der Wahrheit reden wird, nicht nur durch seine steinerne Inschrift, sondern aus der Tiefe unseres Herzens."
 

Quellen:
Grafik: Johannisburger Heimatbrief 1994, Seite 38;
 Text: Johannisburger Heimatbrief 1995, Seite 43-45

 
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