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Pietrzicken uber 16 Hüben Hantfests

Wissentlich sey allen den dihs schriffte vorkümme adder werden gebracht, das wir Brüder Erasmus Vischborn, Compthur zur Balga unnd votth zu natangen mit wissenn unnd von geheiß des Erwirdigen unnd geistiichen Mannes Paul von Rusdorf. Unßers Hoemeisters unnd mit Rath, wissen unnd willen unßer eldisten Brüder zur Balga gebenn unnd vorleyen Unßerem getreuen Steffan Raphaell 16 Huben bey dem Steffenstock gelegen unnd vorth alßo dy im von unßern Brüder beweyßet seyn ...
 

 
     

Mit diesem Wortlaut beginnt die Handfeste des Dorfes Pietrzicken, oder Wiesenheim, wie es auf allerhöchsten Erlaß vom 12. Oktober 1904 umbenannt wurde.

Diese Handfeste stammt aus dem Jahre 1435 und beinhaltet eine Neugründung eines Dorfes in der Größe von etwa 277,5 ha. Neugründung, weil es 10 Jahre Freiheit von allen Diensten gab.

Der Steffenstock, es muß Steffens-tock gelesen werden, war ein Fließ, wie es in der Handfeste von Gr. Kessel heißt. Der neuere Name ist Suryfließ. Es ist anznehmen, daß der Name des Dorfes nicht von den Personennamen herrührt, sondern daß der Personennahme Pietrzick oder Pietrczyk eher aus der Herkunft aus Pietrzicken entstanden ist.

1548 kauften die ansässigen Wirthe noch zwei Hufen "ihrem Dienst zu Hilfe" vom Amtshauptmann Hanß von Krösten dazu.

1540 mußte das Dorf für 94 1/2 Nacht und ein Stück Vieh drei Mark und neuneinhalb Steuern bezahlen. Mit dieser Steuer wurden die Heere gegen die Türken ausgerüstet. Eine Nacht war nach heutiger Rechnung eine Großvieheinheit. 1642 hatte Pietrzicken acht Wirte, ihre Namen sind:

Johann Pietrzyk, Albrecht Komornitzyk, Johan Jacubtzyk, Paul Pietrzyk, Johan Lodigofski, Andreas Komonitzyk, Michael Komornitzyk, Micheal Schwidder.

Beim Tatareneinfall 1656 wurden aus Pietrzicken folgende Personen entführt:

Maria Okurowski, 27 Jahre alt, Ehefrau des Jedam Okurowski und sein Stiefsohn Pawel Jacubcyk, 4 Jahre alt, sowie Anna, die Tochter des Andres Komorniczyk, 14 Jahre alt.

1663 hatte das Dorf sieben Wirte. Ihre Namen:

Jan Koschelnik, Woytek Pallasch, Rpahl Jannoytz, Jan Pallasch, Marczin Kosuch, Andreas Kommorniczik, Michal Schwiderski.

1690 huldigten fünf Wirte aus dem Dorf. Es waren:

Macik Kittel, Jan Gromcik, Woytek Przistawik, Caspar Stein, Jacob Przistawik.

1698 wohnten dort 10 Wirthe. Auch hier fanden wir die Namen.

Jan Schmatcik, Jacob Przistwwik, Matthes Kittel, Jacob Zwallina, Maczey Przistawik, Samuel lwanski, Woytek Przistawik, Woytek Pallsch, Caspar Stein, Siemon Raphaltzik.

Bei der "Großen Pest" 1709/1710 wurden in Pietrzicken acht Häuser infiziert und es starben 38 Personen, darunter auch der vom Dorf gestellte Dragoner Jacob Smacik. Für ihn stellte man Bartek Przistawik.

1745 wurde eine Schule gegründet. Der erste Lehrer hieß Eric Smat. Vielleicht ein Nachkomme der Fam. Smatzik. Er starb aber bereits am 20.6.1749. Bei Kriegsende hatte die Schule 29 Kinder. Die letzten Lehrer waren: Bodschwinna, Dahlke und im Krieg die Schulhelferinnen Götzke und Ruth Schweiger.

Bis zur Schulgründung in Gutten um 1806 mußten auch die Guttener Kinder nach Pietrzicken zur Schule gehen.

1790 hatte das Dorf schon eine eigene Wassermühle. Sie stand bei der Brücke am Suryfließ. Der Müller hieß damals Johann Koweja. Angehörige der Familie Nittka erzählten, daß diese Mühle noch bis etwa 1904 in Betrieb war. Dann wurde durch Entwässerungsmaßnahmen das Wasser knapp und die Mühle ging ein.

So um 1920 bekam Wiesenheim eine Ziegelei. Sie stand zwischen dem Dorf und den Abbauten. Der Besitzer hieß Andreas Preuschoff. Diese Ziegelei war auch noch bis 1945 in Betrieb, wenn auch während des Krieges die Arbeiten in der Ziegelei eingeschränkt waren.

Quelle:
zusammengestellt vom Ehepaar Timmann,
veröffentlicht im Johannisburger Heimatbrief 1990, Seite 150-152

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Stand: 22. Juni 2018