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Zur Erinnerung an unsere Toten
Gedenkstein in Gehlenburg enthüllt
Bericht von Kurt Zwikla

Zu einer Völkerverständigung besonderer Art versammelten sich 50 Leute aus ganz Deutschland in Neuss zu einer Busfahrt nach Ostpreußen. In ihrer Heimatstadt Gehlenburg wollten sie eine Gedenktafel an der ehemaligen evangelischen Kirche anbringen und auf dem deutschen Friedhof einen Gedenkstein für ihre Vorfahren enthüllen. Geleitet wurde die Fahrt von Kurt und Maria Zwikla.

Mit vielen Gastgeschenken beladen, startete der Bus zur großen Reise. Nach 20stündiger Fahrt kamen die Reisenden im Land der dunklen Wälder und kristallenen Seen an, wo sie von den Quartiersleuten herzlich empfangen wurden. Um mit der dortigen Bevölkerung engeren Kontakt zu bekommen, wurden bewußt Privatquartiere bezogen.

Nun war alles gespannt, ob die Einweihung der Gedenktafel und des Gedenksteins auf dem Friedhof problemlos vorgenommen werden konnte. Zuständig dafür war Rudolf Heldt aus Altenkirchen, dessen Vater viele Jahre bis zur Flucht und Vertreibung in Gehlenburg Pfarrer war. Heldt hatte alles mit dem dortigen Bürgermeister und Pfarrer vorbereitet. Den Stein und die Tafel hatte der polnische Steinmetz Klinski aus Arys fachgerecht hergestellt und einige Tage vorher aufgestellt. Finanziert wurde es durch die Spenden der Gehlenburger. Die Einweihung begann mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Kirche. Die Kirche war voll besetzt, es hatten sich Polen und Deutsche, also katholische und evangelische Christen versammelt, um gemeinsam an diesem einmaligen Erlebnis der Stadt teilzunehmen. Der katholische Pfarrer begrüßte alle Anwesenden, vor allem die deutschen Bürger dieser Stadt, die hier geboren, getauft und in dieser Kirche konfirmiert und getraut wurden und nun aus Deutschland gekommen waren, um hier in ihrer einstigen Kirche am Gottesdienst teilzunehmen. Heldt betonte, daß unabhängig von Sprache und Konfession das Gotteswort zu jeder Zeit in dieser Kirche gesprochen wurde. Beachtlich für alle Anwesenden war, daß nach 50 Jahren hier wieder deutsche Lieder gesungen werden durften. Dabei floß so manche Träne.

Nach dem Gottesdienst wurde die Gedenktafel im Vorraum der Kirche unter großer Beteiligung feierlich eingeweiht. Dann ging man gemeinsam zum Friedhof. Auch dort versammelten sich bei herrlichem Sommerwetter einige 100 Menschen, um an dieser Feier teilzunehmen.

Der neu errichtete Stein stellt ein Kreuz dar und steht sichtbar auf einem Hügel des ehemals deutschen Friedhofs. Er trägt die Inschrift: „Zum Gedenken an alle, die hier und fern der Heimat ihre letzte Ruhe gefunden haben." Auf der Rückseite: „Ich bin die Auferstehung und das Leben."

Rudolf Heldt hob in seiner Rede hervor, daß dieser Stein zu Ehren aller Bürger der Stadt, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben, aber auch all jener, deren Gräber unbekannt irgendwo fern der Heimat sind, aufgestellt worden sei. Nach der Enthüllung wurde der Stein vom evangelischen Pfarrer Rej aus Johannisburg feierlich eingeweiht. Nach der Kranzniederlegung sang man die Lieder: „Großer Gott, wir loben dich" und „Nun dankt alle Gott'.

Zum Abschluß erklang der Ostpreußenchoral „Land der dunklen Wälder". Musikalisch begleitet wurde die Feierstunde von einer polnischen Jugendmusikgruppe aus Johannisburg.

Eine Völkerbegegnung, wie sie vor einigen Jahren undenkbar war. Alle Gehlenburger, die am Gottesdienst in der Kirche und an der Steineinweihung auf dem Friedhof teilgenommen hatten, waren sehr beeindruckt und froh, endlich, nach so langer Zeit für ihre Vorfahren ein bleibendes Denkmal gesetzt zu haben.

Anschließend wurden alle Teilnehmer zu einem Beisammensein eingeladen. Es gab reichlich Kaffee und Kuchen. Der große Saal im ehemals Königlichen Hof reichte kaum aus, um allen einen Platz zu bieten, ein beeindruckendes Bild der Gemeinsamkeit. So hatten zwei katholische und ein evangelischer Pfarrer Platz genommen, auch zwei stellvertretende Bürgermeister und der Steinmetz mit Familie.

Der stellvertretende Bürgermeister von Gehlenburg (Bialla) überbrachte Grüße des Bürgermeisters und begrüßte alle Anwesenden und lud alle ein, öfters nach Bialla zu kommen. Dann ergriff eine Gehlenburgerin die Gelegenheit und machte Vorschläge zur Verschönerung ihrer Heimatstadt.

Dies erweckte bei den Verantwortlichen großes Interesse. So wurde auch hier ein Grundstein für weitere Zusammenarbeit gelegt.

Eine Masurenfahrt mit Wanderungen durch Wald und Heide sowie eine Schiffahrt auf den Masurischen Seen ließen diese Reise ausklingen.
 

Quelle:
 Johannisburger Heimatbrief 1997, Seite 35-36

 
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