Home Nach oben Inhalt / Suche Copyright Impressum
Lastenausgleich
 

was er war und ist
Nachkriegsjahre

 
Das Buch:

Das Buch: Johannisburg in Ostpreußen. - Für weitere Infos hier klicken!

Johannisburg in Ostpreußen

 
Videos aus Masuren und dem Kreis Johannisburg. - Für weitere Infos hier klicken!
Masuren-Videos

1949-1955 wirtschaftlicher Aufbau
Der Lastenausgleich in der Bundesrepublik Deutschland

bullet

Einführung

bulletAllgemeines
bullet

Begriff und Aufgaben

bullet

Lastenausgleich, Rückgabe von Vermögenswerten

Einführung

Ein zentrales soziales Anliegen in der Bundesrepublik ist die Hilfe für die vom Krieg besonders betroffenen Bevölkerungsgruppen, d.h. die Kriegsopfer, Ausgebombte, Flüchtlinge und Vertriebene. Gesetze schaffen die entsprechenden Grundlagen. Im Dezember 1950 wird das Bundesversorgungsgesetz verabschiedet, das die Ansprüche der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen regelt.
Das Lastenausgleichsgesetz von 1952 soll einen Ausgleich schaffen für die Schäden und Verluste der Vertriebenen und Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten und der sowjetischen Besatzungszone.

Als Vorstufe zum Lastenausgleich tritt im August 1949 das Gesetz zur Milderung sozialer Notstände in Kraft, das die Soforthilfe für Vertriebene und Flüchtlinge, Kriegssach- und Währungsgeschädigte sowie politisch Verfolgte regelt. Insgesamt werden fast 6,4 Milliarden DM für Unterhalt, Wohnungsbau, Ausbildung und Existenzaufbau bereitgestellt.

Ehemalige Kriegsgefangene erhalten durch das Heimkehrergesetz vom 19. Juni 1950 besondere Rechte und Vergünstigungen. Das Bundesversorgungsgesetz vom 20. Dezember 1950 sichert den Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen Heilbehandlung und Renten zu. Jährlich werden hierfür 3,2 Milliarden DM ausgegeben.

Von größter Bedeutung ist das "Gesetz über den allgemeinen Lastenausgleich" vom 14. August 1952, das die Schäden und Verluste der Vertriebenen und Flüchtlinge auszugleichen versucht. Zur Feststellung der erlittenen Verluste und zur Bemessung der Ausgleichsabgaben, die die weniger betroffenen Bevölkerungsteile entrichten müssen, werden in der Folgezeit zahlreiche Gesetze erlassen und auf allen staatlichen Ebenen Ausgleichsämter eingerichtet. Einschließlich staatlicher Zuschüsse werden bis Dezember 1980 rund 104 Milliarden DM als Entschädigungshilfen gezahlt.
 

Quelle:
LeMO, http://www.dhm.de/lemo/home.html, 2008,
www.dhm.de/lemo/html/teilung/JahreDesAufbausInOstUndWest/Wirtschaftlicher...

Allgemeines

Lastenausgleich, in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg der Vermögensausgleich zwischen den durch die Kriegs- und Nachkriegsereignisse (Vertreibung, Flucht, Evakuierung, Währungsreform) Geschädigten und denen, die ihren Besitzstand ganz oder überwiegend bewahrt hatten (Gesetz vom 14. 8. 1952 in der Fassung vom 2. 6. 1993; galt in der Fassung vom 1. 10. 1968 auch für Personen, die aus der DDR geflüchtet waren). Zur Durchführung wurden bis 31. 12. 1979 Ausgleichsabgaben erhoben: Natürliche und juristische Personen hatten 50% ihres Vermögens (Einheitswert) nach dem Stand vom 21. 6. 1948 als Abgabeschuld für 30 Jahre in Vierteljahresraten von 1 bis 1,5% zu tilgen (Vermögensabgabe, Aufkommen: 42 Mrd. DM); eine Hypothekengewinnabgabe wurde auf Schuldnergewinne aus grundpfandrechtlich gesicherten Reichsmark-Verbindlichkeiten erhoben; die Kreditgewinnabgabe erfasste Schuldnergewinne der Währungsumstellung in der gewerblichen Wirtschaft. Die Erträge flossen dem Ausgleichsfonds zu. Seit 1980 werden verstärkt Mittel aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung gestellt. Sie sind streng zweckgebunden, das heißt, sie dürfen nur zur Finanzierung der Ausgleichsleistungen verwendet werden. Bei den Ausgleichsleistungen standen zunächst die Hilfen zur Eingliederung und zum laufenden Lebensunterhalt im Vordergrund. Die Zahlungen von Unterhaltshilfe (neben der Entschädigungsrente als Form der Kriegsschadenrente) bilden noch heute die bedeutsamste Ausgabenkategorie. Darlehen zur Beschaffung von Wohnraum und zum Aufbau einer beruflichen Existenz haben keine Bedeutung mehr, die Hausratentschädigung ist abgeschlossen. Kern des Lastenausgleichs war die Hauptentschädigung, die 1957 einsetzte und die Verluste an land- und forstwirtschaftlichem Vermögen, Grund- und Betriebsvermögen, Sparguthaben, Wertpapieren, Beteiligungen usw. abgelten soll. Zur Durchführung des Lastenausgleichs wurden das Bundesausgleichsamt und die Ausgleichsämter der Stadt- und Landkreise errichtet. Nach 1989 wurden DDR-Bewohner nicht in den Lastenausgleich einbezogen. Das Lastenausgleichsgesetz gilt in den neuen Ländern nur für Aussiedler, die nach dem Beitritt und vor dem 1. 1. 1993 ihren ständigen Aufenthalt in diesem Gebiet genommen haben. Vertriebene, die nach der Vertreibung ihren Wohnsitz in der DDR genommen und ihn dort bis zum 3. 10. 1990 beibehalten haben, erhielten anstelle einer Entschädigung nach dem Lastenausgleichsgesetz eine einmalige Zahlung von 4 000 DM nach dem Vertriebenenzuwendungsgesetz vom 27. 9. 1994. Lastenausgleich kann seit dem 1. 1. 1996 nicht mehr beantragt werden. Das Sondervermögen Ausgleichsfonds wurde zum 1. 1. 2005 aufgelöst, die finanzielle Abwicklung des Lastenausgleichs erfolgt ab diesem Zeitpunkt unmittelbar über den Bundeshaushalt.

Quelle:
http://lexikon.meyers.de/wissen/Lastenausgleich, 2008

Begriff und Aufgaben

Das Lastenausgleichsgesetz und seine Nebengesetze sehen derzeit für die anspruchsberechtigten Personen noch folgende Leistungen vor:

bullet

Hauptentschädigung für den entstanden Vermögensschaden

bullet

Kriegsschadenrente für den entstandenen Existenz- oder Vermögensverlust

Voraussetzung für die Gewährung von Leistungen nach dem Lastenausgleichsgesetz ist die Feststellung der erlittenen Schäden.

Antragsberechtigt auf Lastenausgleich waren zuletzt nur noch Vertriebene, die in den Herkunftsgebieten im Zusammenhang mit den Ereignissen der Kriegs- und Nachkriegszeit Vermögensschäden erlitten haben und die spätestens sechs Monate nach dem Verlassen des Aussiedlungsgebietes und vor dem 1. Januar 1993 ihren ständigen Aufenthalt im Bundesgebiet genommen haben.

Bei Vermögensschäden, die im Zusammenhang mit der Aussiedlung entstanden (aussiedlungsbedingte Schäden), musste der entsprechende Aufenthalt vor dem 1. Januar 1992 begründet worden sein.

Die Frist zur Stellung von Anträgen auf Lastenausgleichsleistungen ist grundsätzlich am 31. Dezember 1995 abgelaufen.

Mit Inkrafttreten des 33. ÄndGLAG zum 1. Januar 2000 endete auch die Antragsfrist für die Gewährung von Kriegsschadenrente am 30. Juni 2000. Zu diesem Stichtag bezogen in Bayern noch 6.936 Personen eine Kriegsschadenrente. Seit 01.10.2006 wird die Kriegsschadenrente zentral vom Bundesausgleichsamt gewährt.

Schwerpunkt der Aufgaben der Ausgleichsverwaltung ist heute die Rückforderung des Lastenausgleichs (der Hauptentschädigung) wegen Schadensausgleich bzw. Vermögensrückgabe im Beitrittsgebiet und auch in den Vertreibungsgebieten.

Quelle:
http://www.stmas.bayern.de/vertriebene/lastenausgleich/index.htm, 2008

Lastenausgleich, Rückgabe von Vermögenswerten

Personen, die in Vertreibungsgebieten (Aussiedlungsgebieten) im Zusammenhang mit den Ereignissen der Kriegs- und Nachkriegszeit Schäden erlitten haben, können für ihre Verluste nach dem Lastenausgleichsgesetz entschädigt werden, wenn sie vor dem 01.01.1993 (bei Schäden im Zusammenhang mit der Aussiedlung vor dem 01.01.1992) ständigen Aufenthalt im Geltungsbereich des Grundgesetzes oder in Berlin (West) genommen haben.

Die Frist zur Stellung von Anträgen auf Lastenausgleichsleistungen ist grundsätzlich am 31.12.1995 abgelaufen.

Bei fristgerechter Antragsstellung werden derzeit noch Leistungen an Hauptentschädigung und Kriegsschadenrente gewährt.

Vertriebene, die nach der Vertreibung ihren ständigen Wohnsitz im Beitrittsgebiet vor dem 03.10.1990 genommen und ihn dort bis zu diesem Zeitpunkt ohne Unterbrechung innegehabt haben, erhalten an Stelle des Lastenausgleichs eine einmalige Zuwendung in Höhe von 2.045,17 € nach dem Vertriebenenzuwendungsgesetz (VertrZuwG). Der Antrag auf diese Leistung war bis 30.09.1995 zu stellen. Zuständig für die Gewährung der Leistung ist das Land im Beitrittsgebiet, auf dessen Gebiet der Antragsteller am 03.10.1990 seinen ständigen Wohnsitz hatte. Es bestimmt die hierfür zuständigen Behörden. Der Anspruch auf Gewährung der Leistung ist mit Wirkung vom 01.01.1994 vererblich und übertragbar.

Werden im Lastenausgleich entschädigte Verluste nach dem 31.12.1989 ganz oder teilweise ausgeglichen (Rückgabe von Vermögenswerten, Herausgabe von Veräußerungserlösen, Wiederherstellung der vollständigen Verfügungsgewalt sowie Entschädigung nach dem Entschädigungsgesetz, dem Ausgleichsleistungsgesetz oder dem NS-Verfolgtenentschädigungsge- setz), sind die zuviel gewährten Ausgleichsleistungen zurückzufordern (vgl. § 349 Lastenausgleichsgesetz).

Dies betrifft insbesondere die Fälle des Schadensausgleichs bei Vermögenswerten im Beitrittsgebiet, aber auch solche in den Aussiedlungsgebieten (z.B. in Polen, Rumänien, Tschechische Republik und Ungarn).

Rückzahlungspflichtig sind grundsätzlich die Empfänger von Ausgleichsleistungen, deren Erben oder weitere Erben sowie bei einem der Nacherbfolge unterliegenden Vermögen die Nacherben, soweit diese oder deren Rechtsnachfolger die Schadensausgleichsleistung erlangt haben (Gesamtrechts- nachfolger). Hat ein Rechtsnachfolger des Rückzahlungspflichtigen ohne angemessene Gegenleis- tung die Schadensausgleichsleistung erlangt oder als Vermächtnisnehmer, kann er neben dem Gesamtrechtsnachfolger in Anspruch genommen werden.

Der Rückforderung unterliegt der wegen Schadensausgleich zuviel gezahlte Grundbetrag der Hauptentschädigung zuzüglich des gezahlten Zinszuschlages. Der Rückforderungsbetrag ist auf Antrag des Betroffenen auf den Verkehrswert der Schadensausgleichsleistung zu begrenzen.

Quelle:
http://www.stmas.bayern.de/fibel/sf_l015.htm, 2008

_______________________________________________________________
weitere Informationen zum Thema Lastenausgleich:
Artikel aus "Die Welt", der auf den Lastenausgleich eingeht:
http://www.ostdeutsches-forum.net/Zeitgeschichte/Nur-blanker-Hass.htm
CDU-Position zur Preußischen Treuhand und Eigentumsfrage:
http://www.ostdeutsches-forum.net/aktuelles/2006/Eigentums-Fortbestand.htm
Landsmannschaft Schlesien/Rudi Pawelka:
http://www.ostdeutsches-forum.net/aktuelles/2006/Pawelka-Interview.htm
Position der Preußischen Treuhand:
http://www.ostdeutsches-forum.net/aktuelles/2006/PT-Presseerklaerung.htm
Gesetzestext Lastenausgleich (siehe dazu Präambel):
http://www.ostdeutsches-forum.net/Zeitgeschichte/BRD/PDF/LA-Gesetz-gesamt.pdf

Familienforschung
S c z u k a

Deutsche Rußlandpolitik Phoenix aus der Asche ... Frieden diktieren Selbstbestimmung Seedienst-Ostpreussen Dienstantritt 1921 Macht siegte über Recht 20. Oktober 1921 Der polnische Korridor Sendestelle Danzig Die Annexion Weimarer Republik Der Arierparagraph »Jagd auf Deutsche« letztes Hindernis Polens Außenpolitik Memelland deutsch Die stillen Teilhaber Der Weg in den Krieg Die Westerplatte vergessene Opfer Stalin überfällt Polen Tausend-Bomber-Angriff WK2-»Wahrheiten« Teheraner Konferenz Operation Walküre drängten die Russen »Reiner Tisch« Großangriff 1945 Retten ... Dresden 1945 Swinemünde Stettin Potsdamer Konferenz DRK-Suchdienst Völkerrechtswidrig mit Lug und Trug Benesch-Dekrete Bierut-Dekrete Bücherverbrennung Lastenausgleich Von deutschen Schulden Die Vertreibung Dialog führen Deutsche Identität Befreiung oder was ... Die Kunst ... Die Mär von den ... Polen waren nicht nur ... Misslungener Versuch Was kostet ... Preußen verbieten? Geistiges Tagebuch Stalins Angriffspläne nur blanker Hass Zweimal alles verloren Rote Jagdkommandos Einheit ohne Osten Deutsche Tabus

www. S c z u k a . net

Copyright © 1999-2017  W e r n e r   S c h u k a

Stand: 21. Januar 2017