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Rote Jagdkommandos
 

 
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Johannisburg in Ostpreußen

 
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Vorbemerkung:

Klaus Rainer Röhl sprach am 15. November 2008 vor der Marburger Burschenschaft „Germania“ über die Gewaltbereitschaft der 68er (Von der Utopie zum Terrorismus). Ein großes Polizeiaufgebot schützte die Diskussionsveranstaltung gegen etwa 150 zu allem entschlossene Antifa-Demonstranten.

»Moment mal!«
Rote Jagdkommandos gegen alles »Rechte«
von Klaus Rainer Röhl

Immer, wenn in Deutschland einer den Mund aufmacht und aus der Front der politisch Korrekten ausscheidet, wird er gejagt. Von einer Gruppe, die sich Antifa nennt. „Antifa“, das ist eine Abkürzung von Antifaschismus. Kampf gegen den Rechtsextremismus. Wo es keine Rechtsradikalen gibt, werden andere Gruppen für „rechts“ erklärt, etwa die Vertriebenenverbände und ihre Verbandsvorsitzende, die CDU-Abgeordnete Erika Steinbach. Oder eben die Burschenschaften, die es an allen Universitäten gibt und die natürlich ebensowenig rechtsradikal sind wie die Vertriebenen. Manchmal genügt schon eine kritische Diskussion über die 68er und die RAF. Dann folgt regelmäßig ein Einsatz der Antifa-Jagdkommandos, im harmlosesten Fall mit einer Demo, im schlimmeren Fällen mit Gewalt. Kampf gegen den Extremismus. Der Treppenwitz ist nur der, daß die Antifa-Leute meistens selber Extremisten sind, Linksextremisten. Anhänger von Stalin und Lenin. Kommunisten. Seltener auch Anarchisten. Klammheimliche Bewunderer der RAF sind alle. Also, wie soll das gehen: Radikale Linke als Hüter der Demokratie? Mit den Gewaltbereiten gegen den „Faschismus“?

Die Frage wird kaum diskutiert. Denn beim Stichwort „Antifaschismus“ rastet der gesunde Menschenverstand bei geschlossenen Gruppen deutscher Meinungsbildner, Politiker, Buchautoren, Publizisten und Fernsehjournalisten glatt aus. Ursache dafür ist eine geradezu abenteuerliche Affinität deutscher Intellektueller für bestimmte Seiten kommunistischer Propaganda, die eine lange, bis in die zwanziger Jahre zurückgehende Tradition hat. Gerade diejenigen, die sich darauf zugute hielten, zu den redlichsten, scharfsinnigsten und unbestechlichsten Kritikern von Staat und Gesellschaft in der ersten deutschen Republik zu gehören, blendeten häufig ihren Verstand aus, wenn sie Kommunisten als die Opfer von Verfolgung und Unterdrückung darstellen konnten. Sie ergriffen Partei für eine Sache, von der schon seit 1918 bekannt war, daß sie ihre Herrschaft in Rußland ausschließlich besonders brutaler und konsequenter Unterdrückung politischer Gegner zu verdanken hatte.

Das hinderte deutsche Publizisten und Schriftsteller nicht an einer geradezu blinden, romantischen Parteinahme für das russische Experiment, die Natur des Menschen gewaltsam zu verändern. Kurt Tucholsky, der als Mitarbeiter der „Weltbühne“ durchaus über Hintergrundinformationen aus der damaligen Sowjetunion verfügen konnte, antwortete 1930 auf die Frage der „Moskauer Rundschau“, wie er sich im Falle eines Krieges gegen die UdSSR verhalten würde, unumwunden: „Für Rußland gegen jene Mächte, auch dann, wenn es sich um Deutschland handelt.“

Mit dieser Parteinahme ist Tucholsky kein Einzelfall. Als Hoffnungsträger für alle linken Utopien wurde die Sowjetunion mit einem Vertrauensvorschuß bedacht, an dem weder Lenins Zarenmord, die blutige Ausschaltung aller politischen Gegner mit einem neuartigen flächendeckenden System von Konzentrationslagern (GULag), noch der singuläre Massenmord an zehn Millionen Bauern etwas ändern konnte. Scharenweise rekrutierten die Kommunisten unter den Intellektuellen des Westens diejenigen, die Lenin einmal „nützliche Idioten“ genannt hatte.

Solche Bündnisse hatten die Kommunisten auch dringend nötig. Für die Partei der Bolschewiki, zu deren Geburtsfehler es gehörte, eine Politik zu verfolgen, die unter demokratischen Verhältnissen niemals irgendwo mehrheitsfähig war, wurde die Infiltration und Manipulation anderer Parteien, Räte, Gewerkschaften und anderer Organisationen ein elementares Instrument ihrer Politik.

Da entsteht innerhalb der kommunistischen Weltbewegung der Kampfbegriff „Antifaschismus“. Der Begriff ist in Italien entstanden. Gegen die mit schwarzen Hemden uniformierten „Faschisten“ (aus fasci di combattimento, ein Kampfbund von Kriegsteilnehmern) bildet sich unter kommunistischer Initiative schon 1922 ein „antifaschistisches“ Bündnis, konnte aber den Sieg Mussolinis im Oktober nicht verhindern. Die „antifaschistischen“ Gruppen wirkten von Paris aus weiter. Ab Juni 1929 soll nach dem Willen Stalins in Moskau der „Antifaschismus“ zu einer Waffe werden, um den Kommunisten zu größeren Erfolgen zu verhelfen.

Die Kommunistische Partei und ihre vielen kleinen Funktionäre hatten nun, ganz ähnlich wie heute, die schier aussichtslose Aufgabe, die Sozialdemokraten und Gewerkschaftler in Stadt und Land davon zu überzeugen, daß es notwendig sei, zusammen mit den Kommunisten eine „antifaschistische Einheitsfront“ zu bilden. Aber das fand damals (wie heute) wenig Verständnis bei den sozialdemokratischen Mitgliedern.

Nur die Intellektuellen, allen voran die „Weltbühne“, mit ihrem Star-Autor Kurt Tucholsky, wurden nicht müde, die SPD in immer neuen Aufrufen zu einem gemeinsamen Vorgehen mit der KPD zu ermuntern. Dann folgte der Angriff Hitlers gegen die Sowjetunion. Die sowjetische Propaganda, die eben noch die „westlichen Imperialisten“ und „Kriegstreiber“ angegriffen hatte, erklärte die Alliierten nun zu Verbündeten einer „antifaschistisch-demokratischen Einheitsfront“.

Nach dem Ende des Krieges begann die Sowjetunion sogleich, den ihr in Jalta zugesprochenen Teil Europas in kommunistische Satellitenstaaten umzuwandeln. Im ersten Stadium dieser Gleichschaltung wurden „antifaschistisch-demokratische“ Koalitionsregierungen gebildet, was den Völkern Osteuropas und vor allem den Westmächten suggerieren sollte, hier seien ähnliche Bündnisse zwischen Demokraten und Kommunisten möglich wie im Krieg gegen Hitler. Als der Westen das ganz durchschaute, war es bereits zu spät.

Der Ostblock war in der Hand der Kommunisten, auch der deutsche Anteil an Stalins Kriegsbeute, genannt „DDR“. Sie bezeichnete sich als antifaschistisch, nannte deshalb auch die in der ganzen Welt verabscheute Mauer ihren „antifaschistischen Schutzwall“. Alles schon vergessen, liebe Genossen von der Antifa? Dieser DDR wurde die Bundesrepublik gegenübergestellt, von der sie mit zunehmend weniger überzeugenden Gründen behaupteten, daß in ihr die „alten Nazis“ schon wieder an der Macht seien. Doch erst nach dem Ende des Kalten Krieges wurden diese Signale von einer neuen Generation von Jugendlichen und Studenten aufgenommen. Die sich revolutionär fühlenden Studenten hatten schon nach 1968 neben dem abstrakten „Staat“ und dem Kapitalismus als höchst anschauliches Feindbild ihre eigenen Eltern als autoritäre Faschisten oder zumindest „faschistoide Typen“ entdeckt. Das hat Schule gemacht.

Heute trägt eine neue Generation junger „Antifaschisten“ neue Feindbilder in sich. Neue Rattenfänger sind unter Jugendlichen und Studenten für ihre – schlechte – Sache zu mobilisieren. Die dreimal umgetaufte SED, aus der ehemaligen DDR munitionierte Linke, die neuen Militanten von Attack, die „Freien Radikalen“, die „Antideutschen“ die klammheimlichen Sympathisanten und Verehrer der Gewalt und ihre Mitläufer auch in anderen Parteien: Sie fordern uns auf, mit ihnen den Rechtsextremismus zu bekämpfen. Also: Gegen Hitler mit Stalin? Gegen rechtsextreme Gewaltbereite – mit Sarah Wagenknecht und den Schlägern der Antifa? Mit den Stalinisten gegen die NPD? Danke. Oder, wie es am 15. Mai auf einer Antifa-Diskussion in Marburg hieß: „Diskurs is nich!“

Quelle:
Bild zur Vorbemerkung: http://lisa2.blogsport.de/2008/11/08/diskurs-is-nich/;
Text: Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt Ausgabe 47 / 22.11.2008

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weitere Informationen:
Klaus Rainer Röhl
http://klausrainerroehl.de/;
Marburger Burschenschaft Germania
http://www.germania-marburg.de/;
Diskurs is nich
http://lisa2.blogsport.de/2008/11/08/diskurs-is-nich/;
Friedlicher Protest gegen Burschenschaft
http://www.op-marburg.de/newsroom/lokal/dezentral/lokal/art655,303433

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