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Erläuterungen zu den Ortsnamen-Änderungen in Ostpreußen

 
bulletRäumliche und zeitliche Abgrenzungen
bulletDer Listenaufbau
bulletAbkürzungen und Zeichen
bulletTipps zur Suche
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alphabetische Ortsübersicht mit Kirchspielen und Standesämtern

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Verwaltungsübersicht Ostpreußen mit Demarkationslinie ab 1945 zwischen dem polnischen und russischen Verwaltungsbereich

 

Räumliche und zeitliche Abgrenzungen

Das Hauptaugenmerk liegt auf der Provinz Ostpreußen, d.h. mit all den Gebieten, die historisch zu ihr gehören, also einschließlich des Memellandes und des Soldauer Gebietes. Auch der nach 1920 geschaffene Regierungsbezirk Westpreußen ist hier berücksichtigt. Andererseits sollen aber auch die anderen deutschen Siedlungsgebiete außerhalb Ostpreußens nicht vollends vergessen werden. So sind auch Orte mit deutschen Namen aus dem gesamten Baltikum hier aufgeführt, soweit sie mir bei meiner Suche untergekommen waren. Dieser Teil wäre an sich eine eigene Arbeit wert, aber er ist hier doch eingeschlossen, weil es durchaus sinnvoll sein kann. Sucht man vielleicht ein Neustadt und keines will passen, ... in Litauen, nicht weit von Heydekrug, gab es nämlich auch eines. - Auch der Ende 1939 neu geschaffene Regierungsbezirk Zichenau (Ciechanow) in Nordpolen wird hier am Rande und allein der Vollständigkeit halber behandelt, sofern es dort Orte gab, die einen amtlichen deutschen Ortsnamen bekamen oder für die bereits vorher ein deutscher Name verwendet worden war.

Der Zeitraum, der hier Beachtung findet, ist ausgehend vom 1. September 1939, sozusagen abends, rückwärtsgerichtet bis in die Anfänge der historischen Zeit. Das bedeutet, daß für Ostpreußen die Verwaltungsgrenzen von 1939 gelten und Ortsnamenveränderungen aus älterer Zeit bis dorthin aufgeführt werden sollen. Dies kann natürlich nur für die Zeit ab etwa 1811 einigermaßen genau geschehen. Alle Veränderungen davor sind höchstens mit ungefähren Zeitangaben bekannt, und wenn ein Ort um 1200 einen bestimmten Namen hatte, dann soll auch das hier erwähnt werden. - Abweichend von der genannten Verwaltungsgliederung aus dem Jahre 1939 ist die Behandlung des zu diesem Zeitpunkt bestehenden Samland-Kreises als die Kreise Fischhausen und Königsberg, aus denen der Samland-Kreis am 1. April 1939 geschaffen worden war, sowie die Aufteilung des Kreises Pogegen, der erst am 1. Oktober 1939 auf die Kreise Heydekrug und Tilsit-Ragnit aufgeteilt worden war.

Was aus den Ortschaften seit 1939 geworden ist, wird hier ebenfalls aufgeführt. D.h. die heutigen polnischen, russischen oder litauischen Namen sollen ebenfalls möglichst vollständig zugeordnet werden, bzw. der Untergang des Ortes angezeigt werden.

Neben amtlichen Ortnamen sind hier auch einige Namen genannt, die nur im Sprachgebrauch der Bewohner benutzt worden sind. Auf diese niederdeutschen, nehrungskurischen oder prußischen Worte ist kein besonderes Augenmerk gerichtet, aber sie sind so wie gelesen bzw. gehört aufgenommen, auch wenn es sich bei den jeweiligen Sprachen nicht um definierte Schriftsprachen gehandelt hat, was aber die Legitimation dieser Ortsnamen nicht vermindern soll.

Als Quellen für meine Daten haben mir u.a. zur Verfügung gestanden:

  1. Amtliches Gemeinde-Ortsnamenverzeichnis der deutschen Ostgebiete unter fremder Verwaltung. Band 1 und 2. 2. Aufl. 1955. Herausgegeben von der Bundesanstalt für Landeskunde (Remagen: Vlg. dieser Bundesanstalt)

  2. Fritz Gause: Neue Ortsnamen in Ostpreußen seit 1800. Verzeichnis der Änderungen im Ortsnamenbestand der Provinz Ostpreußen (alten Umfanges) seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts. 1935. (Königsberg i.Pr.) (Neudruck durch Ver. f. Familienforschung in Ost- u. Westpr. e.V., Hamburg, erschienen 1983 als Sonderschrift Nr. 53)

  3. Fritz R. Barran: Ortsnamenverzeichnis Nördliches Ostpreußen. Königsberger Gebiet und Memelland. 1992. (Leer: Vlg. Rautenberg) ISBN 3-7921-0490-3

  4. Die Straßenkarten 1:200.000
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    Nördliches Ostpreussen mit Memelland. Königsberg - Tilsit - Gumbinnen (Nr. RS 001),

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    Polen, Südliches Ostpreussen, Masuren. Allenstein - Rastenburg - Lyck (Nr. PL 010),

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    West-Ostpreussen. Thorn - Elbing - Allenstein (Nr. PL 011).

    1999. (Dietzenbach: Höfer Vlg.)
     
      

Der Listenaufbau

Ein Listeneintrag sieht beispielsweise so aus:

bulletHohensee
bullet22.04.1936: Choszewen
bullet01.10.1935: Choszewen A
bullet01.10.1935: Choszewen B

Hier steht, daß der Ort am 1.9.1939 auf deutsch Hohensee heißt. Was dann folgt ist wie eine kleine Chronologie, die man am einfachsten unten, am ältesten Zeitpunkt beginnt: Am 01.10.1935 wurde der Ort Choszewen B (sprich: Koschewen B, denn dies ist noch die ganz alte Schreibweise eines SCH-Lautes) in Choszewen A eingegliedert. Durch diese Eingemeindung fiel der Name Choszewen B ab diesem Zeitpunkt weg. Choszewen A wurde zugleich in Choszewen umbenannt, was in der darüberstehenden Zeile zu finden ist, und am 22.04.1936 wurde Choszewen dann in Hohensee umgetauft. Die weitere Einrückung einer Zeile soll verdeutlichen, daß sie sich auf die darüber stehende nach links ausgerückte Zeile bezieht.

Das wird hier wichtig:
bulletJänichen
bullet01.04.1939: Freimannsdorf
bullet16.07.1938: Baginski
bullet16.07.1938: Jänischken

Jänichen hieß also vor dem 16.07.1938 Jänischken. Am 01.04.1939 wurde Freimannsdorf in Jänichen eingemeindet. Aber was ist mit Baginski ? Weil die Zeile mit Freimannsdorf die nächstobere nach links ausgerückte ist, und ein als Marke hinter Baginski steht, heißt dies, daß Freimannsdorf noch bis zum 16.07.1938 Baginski hieß. Wenn man mit dem Mauszeiger einfach einmal auf die farbigen Zeichen an den Zeilenenden geht, erhält man eine kurze Erklärung.

Noch ein Beispiel:
bulletEichental
bullet__.__.19__: Almenhausen
bullet__.__.19__: Damerau
bullet__.__.1928: Ranglacken
bulletDT, 1476: Ranglauken
bulletDT, 1466: Rangelawke

Irgendwann 1928 wurde Ranglacken umbenannt in Eichental. Später wurden dann noch die Ortschaften Damerau und Almenhausen in Eichental eingemeindet. Erwähnt werden hier aber auch noch zwei alte deutsch-prußische Namen, nämlich Rangelawke (sprich: Rangelauke), das 1466 genannt wurde und Ranglauken, das in einer Quelle von 1476 zu finden ist.
 

 

Abkürzungen und Zeichen

 
gemeindefreies Grundstück (Gutsbezirk, Rittergut o.ä.)
die russ.-poln. Grenze hat heute Teile des Ortes durchschnitten, d.h. praktisch, daß der Ort zum großen Teil "abgetragen" worden ist
die Ortsnamensänderung wurde noch nach dem 01.09.1939 vorgenommen
Ortsname und Ort entstanden erst nach dem 01.09.1939
Ort gehörte vom 10.01.1920 - 01.10.1939 zum Lkr. Pogegen, Memelland
Ort im Soldauer Gebiet liegend
Wohnplatz, Gemeindezugehörigkeit unklar
der Ort besteht heute nicht mehr

Gründe der Ortsnamenänderungen sind: 
 

Namensänderung zum angegebenen Datum
Wegfall durch Eingliederung zum angegebenen Datum
Wegfall durch Zusammenschluß dieses Ortes mit dem/den anderen gleichen Datums und der Kennung [Z]
Festsetzung einer Zusatzbezeichnung zum angegebenen Datum
Verleihung eines Namens/einer Bezeichnung zum angegebenen Datum
Neubildung zum angegebenen Datum
Neubestimmung der Schreibweise zum angegebenen Datum

Sonstige Abkürzungen: 
 

Abb. = Abbau
b. = bei
...bez. = ...bezirk
Bhf. = Bahnhof
Etabl. = Etablissement (neuer Ort)
Fh., Fö. = Forsthaus, Försterei
Gm. = Gemeinde
Kol. = Kolonie
Kr. = Kreis
Ksp. = Kirchspiel
Lkr., Landkr. = Landkreis
Of., Ofö. = Oberförsterei
RegBez. = Regierungsbezirk
Vw. = Vorwerk
Wpl. = Wohnplatz
Zgl. = Ziegelei
     
DT = deutsch
EE = estnisch
KU = kurisch
LT = litauisch
LV = lettisch
NDT = niederdeutsch
PL = polnisch
PR = prußisch
RU = russisch

 

Tipps zur Suche

Falls man dennoch einen Ort nicht findet, könnte es daran liegen, daß er hier mit einer näher beschreibenden Vorsilbe der folgenden Tabelle abgelegt ist. Bei polnischen Ortsnamen ist es nicht selten, daß diese entsprechenden Namenszusätze 'mal vor, 'mal hinter dem Hauptnamen stehen.  
 

Deutsch Litauisch Polnisch Russisch
Adlig (Adl.) - - -
Alt Senieji Stary, Stara, Stare (Str.) Starij
Deutsch (Dt.) Niemiecki
Groß (Gr.) Didieji Wielkie, Wielki, Wielka (Wlk.) Velikij
Klein (Kl.) Mažieji Małe, Mała, Mały (Mł.) Malij, Malaja
Köllmisch (Köllm., Kölm.) - - -
Königlich (Kgl.) [Karališkieji]
Mittel
Neu Naujieji Nowa, Nowy, Nowe (Nw.) Novo, Novij
Ober Verhnij
Preußisch (Pr.)
Schatull - - -
Unter Nishnij

Des weiteren entsprechen sich in etwa folgende Begriffe:
 

Deutsch Litauisch Polnisch Russisch
Dorf Kaimas Wies
Feld Laukas Pole Pol'e, Polje
Forstgut Giriu dvaras
Forsthaus (Fh.), Försterei (Fö.) Girininkija (gir.) Lesniczowka
Gemeinde
Gut Dvaras Majatek
Kreis (Kr.) Apskritys
Landkreis, Stadtkreis (Lkr., Kr.) Rajonas Powiat Rayon
Leuchtturm Švyturys
Moor Pelke
Mühle Malunas Młyn
Oberförsterei (Of., Ofö.) Viršutnis girininkija (vir. gir.)
Ostpreußen Prusija Prusy Wschodnie
Regierungsbezirk (RegBez.) Wojewodztwo
See Ežeras (ež.) Jeziorno (jez.) Ozero (oz.)
Stadt Miestas Miesto Gorod
Vorwerk (Vw.) Palivarkas Wolka
Ziegelei Plytinè Cegielnia

 

Quelle:
Thomas Salein, (www.geocities.com/Athens/Styx/5329/);
http://www.geocities.com/Athens/Styx/5329/onfenster.htm, 2001

 

weitere Informationen:
Der Redliche Ostpreuße, Kalenderbuch 1980, Seite 129-135,
"Zusammenstellung der 1938/1939 erfolgten Namensänderungen
ostpreußischer Städte und Gemeinden"

 
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Stand: 01. Januar 2021