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Die Kreisstadt
Ortelsburg
historische Fakten

Ortelsburg (polnisch: Szczytno, Kr. Ortelsburg / Rbz. Allenstein). Im Kreise 0rtelsburg sind an mehreren Stellen, so bei 0rtelsburg, Rohmanen, Augusthof, Rheinswein und anderen Orten, obenrdisch sichtbare Steinkammergräber der Jüngeren Steinzeit (Ende 2. Jh. v. Chr.) vorhanden gewesen, sie sind die einzigen aus Ostpreußen bekannten Großsteingräber. Einige von ihnen sind nach der Ausgrabung (unter den Beigaben Bemsteinschmuck) vor dem Heimatmuseum in 0rtelsburg in ursprünglicher Größe und Form wieder aufgestellt worden.

0rtelsburg verdankt seinen Namen dem obersten Spittler und Komtur von Elbing, Ortolf v. Trier (1349-1371), der auf der Landenge zwischen dem Großen und Kleinen Haussee ein »festes Haus«, »die Ortulfsburg« anlegte. Die erste urkundliche Erwähnung stammt vom 24. September 1360, als Ortolf von Trier masowische Kolonisten am Nordrand des Kleinen Haussees ansetzte; es handelte sich um das spätere »Beutnerdorf«. Bereits zehn Jahre nach der ersten Erwähnung ist die Feste, die wie andere Ordensburgen zuerst aus Holz gebaut war, von dem Litauerfürsten Kynstut zerstört worden. Wahrscheinlich ist das Haus erst jetzt in Stein aufgebaut.

Während des 13-jährigen Ständekrieges fiel die Ordensburg durch Verrat vorübergehend in die Hände der mit den Rebellen verbündeten Polen. Nach der Errichtung des Herzogtum Preußen unter polnischer Oberhoheit (1525) verlor die Ortulfsburg ihre Bedeutung als Grenzfeste und war dem Verfall geweiht, bis Markgraf Georg Friedrich, der gern in den Wäldern der Umgegend zur Jagd weilte, einen Aus- und Umbau größeren Stils vornahm. Diese Maßnahme war der Anlass zur Gründung der Gemeinde 0rtelsburg. Sie wurde von deutschen Handwerkern angelegt, die 1580 zum Ausbau des Schlosses herbeigerufen worden waren. Die tatkräfte Förderung der Gemeinde durch den Amtshauptmann Andreas v. Eulenburg, der ihr das Vorrecht des Bierbrauens und Ausschanks zusicherte, führte zu einem offenen Streit mit dem benachbarten Passenheim. Der langjährige Kampf endete mit einem Siege von 0rtelsburg, das am 28. März 1616 in einem Privileg die rechtliche Selbständigkeit erhielt. Die langsam sich anbahnende Aufwärtsentwicklung wurde durch eine Periode schwerer Heimsuchungen unterbrochen. Vernichtende Brände, auch die Pest, die 1656 besonders schlimm wütete, hemmten die Entwicklung der Stadt. Vor dem Schicksal der Tatarenzeit ist 0rtelsburg durch seine Besatzung bewahrt geblieben.

Auf der Flucht vor den anrückenden Franzosen kam das preußische Königspaar, Friedrich Wilhelm III. und Luise, am 23. November 1806 nach 0rtelsburg, das für einige Tage Sitz der preußischen Regierung war. Am 1. Dezember erließ der König von hier aus das »Publicandum an die Armee und das deutsche Volk«. Ferner wurden hier weittragende Personalveränderungen in der Zentralverwaltung entschieden. - Am 31. Dezember 1806 rückten die Franzosen in 0rtelsburg ein und plünderten die Stadt. Das Jahr 1812 brachte der Bürgerschaft ungewöhnliche Einquartierungslasten. In dieser schweren Zeit hat der Kreisdeputierte Ritter von Berg durch seine unermüdliche Fürsorge der Bevölkerung unschätzbare Dienste geleistet. Er wurde 1818, als die Städte 0rtelsburg, Willenberg und Passenheim mit den Ämtern 0rtelsburg, Mensguth, Friedrichsfelde und Willenberg zum neuen Kreis 0rtelsburg zusammengeschlossen wurden, von den Kreisständen einstimmig zum ersten Landrat gewählt. Eine neue Zeit des Aufstiegs begann mit der Eröffnung der Eisenbahn 1833, Andere Linien folgten schnell aufeinander. Handel und Wandel nahmen zu. Diese Entwicklung fand durch den ersten Weltkrieg ein Ende. Am 30. August 1914 wurde nahezu die ganze Stadt zerstört. Insgesamt wurden 160 Wohn- und 321 Wirtschaftsgebäude ein Raub der Flammen. Der Wiederaufbau ging überraschend schnell vor sich und wurde dank der Unterstützung der beiden Patenstädte Berlin und Wien noch während des Krieges vollendet. Bei der Abstimmung am 11. Juli 1920 wurden 5.336 Stimmen für Deutschland, 15 für Polen abgegeben. Seit 1782 mit 1.000 Einwohner hat sich 0rtelsburg im Jahre 1925 verzehnfacht: 10.857 Einwohner.

Quellen:
Farbfoto und Flagge: Archivmaterial;
Wappen: Das Ostpreußenblatt (www.Ostpreussenblatt.de), 2000;
Text: Handbuch der historischen Stätten Ost- und Westpreußen, 
Kröner Verlag, 1966-1981, Seite 164-165;
s/w-Foto: 10.000 Ansichtskarten, The Yorck-Project, Berlin,
Stichwort: "Ortelsburg", 2001

 weitere Informationen:
Guttzeit: Ostpreußen in 1440 Bildern, Verlag Rautenberg, 1972-1996, Seite 75-78;
Die ev. Kirche in Ortelsburg - Rückkehr zur alten Schönheit,
Ortelsburger Heimatbote 2002, Seite 112-113

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Stand: 01. Januar 2021